“Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!”
1. Mai Demonstration nationaler Kräfte in Berlin

“Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!” Mit diesem Satz auf den Lippen, machte sich am frühen Morgen des vergangenen 1. Mai eine 15 köpfige Reisegruppe aus Bremen auf den Weg nach Berlin. Dort wollte man gegen den globalen Kapitalismus, die zunehmende soziale Ungerechtigkeit und die volksfeindliche Politik der BRD demonstrieren.
Die Unkenrufer haben nicht recht behalten, als sie im Vorfeld der Demonstration meinten, wir würden am 1. Mai in Berlin keinen Meter marschieren, wie zuletzt im Februar in Dresden, im Herbst 2009 in Leipzig oder am 8. Mai 2005 in Berlin oder bei diversen anderen Gelegenheiten. Sie haben immerhin halb recht behalten. Die Wegstrecke hin und zurück lag jeweils bei etwa achthundert Metern und war damit nicht ganz die, die der Veranstalter angemeldet hatte.
Andere waren bemüht, einen Streckenrekord aufzustellen. Ob ihnen das gelungen ist, kann wohl nur eine exakte Nachmessung ergeben. Denn ein unangemeldeter Aufmarsch von etwa 350 Kameradinnen und Kameraden auf dem berühmten Berliner Ku'damm soll zwischen anderthalb bis zwei Kilometer Wegstrecke gehabt haben, bis er von der Polizei durch Einkesselung beendet wurde.
Bei uns am S-Bahnhof Bornholmer Straße sah es zunächst auch nach einem Kessel aus; wir sahen auf vier Seiten die beliebten Hamburger Gitter. Indes bedurfte es nur einer Ansprache von Christian Worch, eines Vortrages eines Liedermachers sowie einer Rede vom Anmelder Sebastian Schmidtke, bis sich nicht nur die Reihen zum Abmarsch formieren konnten, sondern der Kessel sogar aufging. Zuversicht gegen Unkerei: 1 zu 0!
Dass der erste Zwischenhalt von locker über einer Viertelstunde schon nach dreihundert Metern erfolgte, veränderte das Ergebnis zwar noch nicht, kam aber -- um im fußballerischen Jargon zu bleiben -- schon einem heftigen Lattenschuß der Unker nahe.

Christian Worch spricht zu den Teilnehmern
Aber der Einstand für die Unker-Fraktion war nicht gar so leicht; es brauchte noch eines weiteren Zwischenstops nach etwa dreihundert Metern und einen letzten nach weiteren rund zweihundert Metern, bis die unmilitärische Umsetzung des Kommandos "linksum -- kehrt!" erfolgte. Dies bot einem weiteren Redner in Gestalt von Thomas Wulff Gelegenheit, das Vorgehen der Berliner Polizei speziell und der Polizei ganz allgemein zu kritisieren. Auch der Kamerad Dieter Riefling aus Hildesheim kam kurz zu Wort und ging auf einen kleinen Zwischenfall ein, der sich kurz zuvor abspielte: Ein verwirrter Linksextremist spielte den Märtyrer und versuchte den Redner Thomas “Steiner” Wulff zu attackieren. Durch den beherzigten Einsatz der Ordner, konnte der Angriff jedoch verhindert und der Angreifer gestellt werden. Neben einer Anzeige, soll er sich sogar einen Satz heiße Ohren eingefangen haben…
Nach insgesamt knapp vier Stunden endete dann die Veranstaltung. Es wurden von einem Häuserdach herunter ein paar Eier auf uns geworfen. Irgendwo gab es auch eine kleine Schubserei mit der Polizei und ein wenig Pfefferspray. Zu ernstlicheren Vorkommnissen kam es nicht. Die Teilnehmer wurden mit etwa 650 Personen gezählt. Rechnet man die 350 vom Ku'damm dazu, die eine Einkesselung ihrer Demo lieber am Ende derselben als am Anfang haben wollten, kommen wir auf rund tausend. Wenn vorher in den Medien kursierte, es würden "3.000 Nazis" erwartet, ist darauf hinzuweisen, dass diese maßlose Übertreibung nicht vom Veranstalter oder sonstwie aus eigenen Kreisen stammte. Das war Berlins Innensenator Körting, der diese auch im Vorfeld schwerlich begründbare Zahl den Medien mitgeteilt hat. Möglicherweise, um mehr linksextremen bis bürgerlich-gutmenschlichen Protest mobilisieren zu können, oder um unsere Teilnehmerzahl im Nachhinein herunterspielen zu können.
Neben der angemeldeten Demonstration in Berlin mit 650 und der Spontandemo mit 350 Teilnehmern, gab es angemeldete und spontane Demonstrationen in Schweinfurt (1100 Teilnehmer), Rostock (550 Teilnehmer), Erfurt (500 Teilnehmer), Zwickau (550 Teilnehmer) und Hoyerswerda (350 Teilnehmer).
Am 1. Mai waren also über 4000 nationale Sozialisten bundesweit auf der Straße, um gegen die bestehenden Verhältnisse zu demonstrieren. Kein schlechtes Ergebnis...
Aber es ist noch ein weiter Weg, bis unumschränktes Demonstrationsrecht erkämpft ist
Wenn auch die vollständige Wiederholung vor allem in letzter Zeit blockierter Demonstrationen ausgeblieben ist, so zeigt Berlin 2010 einmal mehr, dass es noch ein weiter Weg sein dürfte, bis das nationale Lager sich ein wirklich unumschränktes Demonstrationsrecht erkämpft hat.
Dieser Kampf wird künftig ebenso mit operativen Maßnahmen, Phantasie und Kreativität zu führen sein wie auch vor den Schranken der Gerichte.
