Wer liest eigentlich Stefan Schölermann?
Über den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Klatschjournalismus
und darüber, warum es sich nicht lohnt die Artikel des Autors zu lesen.


In unserer Heimatstadt beherrscht die Bremer Tageszeitungen AG mit ihren beiden Blättern „Weser Kurier“ und „Bremer Nachrichten“ den Zeitungsmarkt. Mit diesem Quasi- Monopol, gewähren diese Zeitungen ihren Leserschaften selbstverständlich auch einen Einblick in die so genannte „Rechte Szene“. Verantwortlich für diesen Einblick zeichnet sich neben Christine Kröger ein in der norddeutschen Region tätiger Journalist, der gemeinhin als „Experte“ für dieses Thema ausgewiesen wird.

Sein Name: Stefan Schölermann.   

Nun wissen wir als politisch aktive Bremer längst, dass dieser Journalist meistens Uninteressantes und sehr häufig Überflüssiges über die politische Arbeit der nationalen Kräfte in Norddeutschland schreibt. Was aber mag den „normalen“ Tageszeitungsleser an diesen Artikeln interessieren? Wem bringen die Schölermannschen Artikel eigentlich etwas?
Der liebe und verständnisvolle Ton, den Herr Schölermann gerne anschlägt, garniert mit einigen „objektiven“ Fakten (vorzugsweise Inhalte aus Internetforen oder aus irgendwelchen Berichten des Verfassungsschutzes), erinnert ältere Leser unweigerlich an die Gesellschaftsjournalistin der 70er Jahre, an Margret Dünser. Man kann sich nicht des Eindruckes erwehren, dass die eleganten und unterhaltsamen Reportagen aus der damaligen Promiwelt den jungen Herrn Schölermann stark geprägt haben müssen.

Klatschjournalismus lebt davon, dass Promis so vorgeführt werden, wie gute Journalisten es meinen, dass es ihrem Publikum/Leser zuzumuten ist. Dieser Journalismus hat sein Schwergewicht nicht so sehr in einer guten Sachstandsschilderung, sondern in dem Herauskitzeln des Besonderen, des Einzigartigen.
Leider hat Herr Schölermann durch seine Themenwahl und durch ein personales Defizit zwei Handikaps, die ihn daran hindern werden, jemals in die großen Fußstapfen von Frau Dünser hinein zu wachsen.

1. Handikap: Der Glamourfaktor unserer politischen Anliegen ist eher gering, Die Themen
sind zu ernst, als das sie sich für den Boulevardjournalismus eignen. Die journalistischen  Versuche in diese Richtung entpuppten sich bisher als reine Sensationshascherei, - ohne erkennbare  Faktizität, - ohne Unterhaltungswert, -die pure Langeweile.

2. Handikap: Herr Schölermann hat keinen Humor. Erst mit ihrer Fähigkeit zur feinen Ironie, konnte Frau Dünser die journalistische Distanz zwischen sich und den von ihr umgarnten Promis herstellen. Sie wurde so zu einer glaubhaften und unterhaltsamen Gesellschaftsjournalisten.

Wo aber ist die Distanz von Schölermann zu seinem Thema?
Wenn er als Klatschjournalist aber keine erkennbare Distanz zu seinem Thema herzustellen weiß, wo ist dann überhaupt die Relevanz seiner Berichterstattung?
In seiner journalistischen Vorgehensweise arbeitet Herr Schölermann zwar wie ein typischer Klatschjournalist, nur versucht er nicht, wie es sonst üblich ist, das Berichtenswerte, das Unterhaltsame herauszuarbeiten, sondern er kapriziert sich auf vermeintlich Verwerfliches, Böses oder nicht Konformes, ganz nach dem Motto: je negativer um so besser!

Da Herr Schölermann „seine“ schlecht recherchierten Fakten aber nicht an Witzigem, Guten oder Unterhaltsamen kontrastieren kann, sind seine Berichte auch nicht mehr als die Klage einer Gouvernante, die über die Unartigkeit der ihr anvertrauten Kinder lamentiert.

Schölermann als das moderne Klageweib für die Gutmenschen!